Die Kuba-Venezuela-Allianz: Der Anfang vom Ende?

castro_chavez_1x1Venezuela und Kuba sind in den letzten 15 Jahren wirtschaftlich und politisch enge Verbündete geworden. In diesem Policy Brief beschreiben Ted Piccone und Harold Trinkunas die wachsende Interdependenz der beiden Länder, untersuchen mögliche Szenarien für die kubanisch-venezolanischen Beziehungen und schlagen politische Empfehlungen für die Vereinigten Staaten vor.



Teleskop zum Mondlandeplatz

Wichtigste Ergebnisse

• Kubas und Venezuelas gegenseitig abhängige Beziehung, gesehen in Handel und Investitionen, Sicherheit und Diplomatie, ist bemerkenswert asymmetrisch. Venezuela stellt im Gegenzug kubanischen Ärzten, Lehrern, Sporttrainern und Militärberatern wichtige Öllieferungen zu subventionierten Bedingungen zur Verfügung.

• Die anhaltende wirtschaftliche und politische Krise in Venezuela verstärkt die negativen Aspekte ihrer gegenseitigen Abhängigkeit.





• Die wirtschaftlichen Kosten der Unterstützung Venezuelas durch Venezuela werden zu einem immer wichtigeren Hindernis für die Maduro-Regierung. Die Instabilität in Venezuela erinnert die kubanische Regierung an die Risiken, die mit ihrer gegenseitigen Abhängigkeit vom derzeitigen Regime in Caracas verbunden sind.

• Eine reduzierte kubanische Präsenz in Venezuela würde den Venezolanern mehr Kontrolle über ihr eigenes demokratisches Schicksal geben.



• Eine schrittweise Reduzierung der venezolanischen Hilfe für Kuba würde die Argumente für eine weitere Umstrukturierung der kubanischen Wirtschaft und die Diversifizierung seiner internationalen Partner stärken.

Empfehlungen

• Anstatt eine direkte Intervention in die Beziehung in Betracht zu ziehen, sollten die Vereinigten Staaten versuchen, die nordamerikanischen Bemühungen zur Energieintegration anzuführen, um Venezuelas Einfluss auf seinen profitabelsten Markt (die Vereinigten Staaten) zu verringern. Dies wird zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf die venezolanische Regierung ausüben, ihre Ausgaben für die Auslandshilfe für Kuba zu überdenken.

• Die Vereinigten Staaten sollten auch multilaterale Anstrengungen unternehmen, um den Petrocaribe-Ländern dabei zu helfen, ihre Energiesicherheit zu vertretbaren Kosten kurzfristig zu gewährleisten, und langfristig einen Übergang zu nachhaltigen alternativen Energiequellen unterstützen.



• Die Obama-Administration sollte eine neue Runde von Exekutivmaßnahmen verabschieden, um das langjährige Embargo für US-Investitionen und den Handel mit Kuba zu lockern. Dies wird die weitere Diversifizierung der kubanischen Wirtschaft und die Entstehung von Mittelschichten unterstützen.

Letztendlich liegt es jedoch an Kuba und Venezuela, die Folgen dieser nicht tragfähigen subventionierten Beziehung anzugehen.