John Agard: Dichter in Residenz

Standort Nationales Schifffahrtsmuseum

04. Okt. 2007

John hat vor kurzem eine dreimonatige Residenz als Poet-in-Residence im National Maritime Museum begonnen. Während dieser Zeit wird John die Sammlung, hauptsächlich Manuskripte und Archive, in Bezug auf den transatlantischen Sklavenhandel im Kontext seiner eigenen Arbeit und Praxis erkunden. John interessiert sich für die Untersuchung von Sprache durch Poesie, die aus kultureller Marginalisierung und Verdrängung als Ausdrucks- und Ermächtigungsformen entsteht:
„Es war die Sprache, durch die der Sklave von seinem Herrn vielleicht am erfolgreichsten eingesperrt wurde, und durch den [Miss-] Gebrauch davon rebellierte er vielleicht am effektivsten.“ (Kamau Braithwaite)
Ein zentrales Ziel der Residenz ist es, durch die Auseinandersetzung des Dichters mit dem Museum und verschiedenen Teilnehmergruppen auf vielfältige Weise verschiedene Arten der Interpretation persönlicher Reaktionen und Interpretationen entweder als Repräsentationen individueller Identität oder kollektiver Geschichte zu betrachten. Auf diese Weise setzen sich die eigenen mündlichen Überlieferungen des Dichters mit den Sammlungen des Museums auseinander und reagieren darauf und veranschaulichen, wie verschiedene Kulturen Geschichte sammeln, archivieren und konstruieren. Biographische Daten John Agard (* 21. Juni 1949) ist ein Dramatiker, Dichter und Kinderbuchautor aus Guyana, der 1977 nach England zog. Von 1978 bis 1985 arbeitete er für das Commonwealth Institute und reiste als reisender Leser durch das Vereinigte Königreich, um für die Karibik zu werben Kultur an über 2000 Schulen. Er wurde der erste Writer in Residence am South Bank Centre in London und Poet in Residence bei der BBC in London. Für seine Werke erhielt er insgesamt fünf Auszeichnungen, darunter 1997 den Paul Hamlyn Award for Poetry und 2004 den Cholmondeley Award. Seit 2005 wird seine Poesie in den Lehrplan für Englisch des AQA GCSE aufgenommen. John Agard lebt im Südosten Englands. Seine neueste Gedichtsammlung We Brits (2006) wurde 2007 für den British Book Awards Decibel Writer of the Year Award nominiert. ' Seine Gedichte sind direkt und fesselnd, verspielt, voller verblüffender Bilder und sind ebenso urkomisch, leidenschaftlich und erotisch wie politisch – oft schaffen sie es, all diese Dinge gleichzeitig zu sein ' - Maura Dooley.