Pluto und Charon beim kosmischen Tanz gefangen

Standort Königliches Observatorium

15. August 2014

Pluto und Charon beim kosmischen Tanz gefangen von Colin Stuart Die Sonde der NASA New Horizon sieht Pluto und seinen größten Mond Charon herumtanzen, während sie mit ihrer Schwerkraft aneinander ziehen. [Kredit: NASA / JHUAPL / SwRI]Pluto und Charon, sein größter Mond, wurden von der sich schnell nähernden New Horizons-Mission der NASA (links) umkreist. Die 2006 gestartete Sonde soll im Juli 2015 den eisigen Zwergplaneten erreichen. Die Raumsonde bildete das Paar noch über 420 Millionen Kilometer vom Zielort entfernt ab – fast dreimal so weit wie die Erde von der Sonne entfernt. Das bemerkenswerte Filmmaterial zeigt nicht nur Charon in Bewegung, sondern auch Pluto. Das liegt daran, dass die Schwerkraft von Pluto Charon anzieht, die von Charon auch Pluto. Beide kreisen um ihren gemeinsamen Schwerpunkt, der ein bisschen wie der Drehpunkt einer Wippe ist. Der wissenschaftliche Name für diesen Punkt ist das Schwerpunktzentrum. Normalerweise liegt der Schwerpunkt eines Zweikörpersystems irgendwo innerhalb des größeren Objekts. Das gilt zum Beispiel sicherlich für die Erde und den Mond. Das gilt jedoch nicht für Pluto und Charon, da der Mond eine Masse von etwa 11% der Masse seines Planeten hat (unser Mond hat nur 1% der Masse der Erde). Animierte Ansicht der Bewegung von Pluto und Charon basierend auf den jüngsten Beobachtungen von New Horizons. Ihr gemeinsamer Schwerpunkt - der Schwerpunkt - ist durch das blaue Kreuz gekennzeichnet und liegt deutlich zwischen beiden Körpern. [Kredit: APL / New Horizons GeoViz]Die Tatsache, dass der Schwerpunkt von Pluto und Charon eindeutig außerhalb eines der beiden Objekte liegt (siehe Animation rechts), ist nur einer der Faktoren, die Pluto von den Planeten unterscheiden. Dies war einer der Gründe, der Astronomen dazu veranlasste, zu überlegen, ob es sich wirklich um einen Planeten handelt oder nicht. Im Jahr 2006 beschlossen sie, Pluto als Zwergplanet neu zu klassifizieren. Das Konzept, dass ein kleineres Objekt in dem größeren Objekt, das es umkreist, wackelt, ist nur eine der Möglichkeiten, mit denen Astronomen außerirdische Planeten – sogenannte Exoplaneten – finden können. Das Massenverhältnis mag in diesen Situationen viel geringer sein – unsere Sonne ist zum Beispiel eine Million Mal schwerer als die Erde –, aber die gleiche Idee gilt immer noch. Wenn ein Planet seinen Stern umkreist, wackelt er ein wenig. Die Sterne sind zu weit entfernt, um dieses Wackeln direkt zu sehen, aber es hat einen spürbaren Einfluss auf das vom Stern kommende Licht. Dies wird als Radialgeschwindigkeitsmethode bezeichnet, und die Technik ist so empfindlich, dass Astronomen eine Änderung der Geschwindigkeit eines Sterns von nur einem Meter pro Sekunde feststellen können. An der Schwankung des Sterns können Astronomen erkennen, wie schwer der Planet ist – je schwerer der Planet, desto stärker wackelt. Dies ist wirklich wichtig zu wissen, denn es sagt Ihnen, ob Sie einen schweren, felsigen Planeten wie die Erde oder einen leichten, gasförmigen Planeten wie Neptun gefunden haben. Wir glauben, dass sich das Leben eher auf felsigen Welten entwickelt hat. Die Radialgeschwindigkeitsmethode könnte also eines Tages helfen, einen wahrhaft erdähnlichen Planeten aufzuspüren, der außerirdische Lebensformen beheimatet. Inzwischen rückt New Horizons Pluto jeden Tag näher und seine Ankunft soll zu einem der astronomischen Highlights des Jahres 2015 werden.