Robert Hooke: Der Mann, der alles wusste

Flamsteed House, entworfen von Robert Hooke

Robert Hooke: Der Mann, der alles wusste

Weder die kleinsten noch die größten Objekte im bekannten Universum entgingen der Aufmerksamkeit des brillanten Hooke.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde vieles von dem, was dem westlichen Denken zugrunde lag, in Frage gestellt und durch eine neue Denkweise ersetzt, die auf Experimenten und Beobachtungen beruhte.



Robert Hooke gilt als einer der Führer dieses neuen Zeitalters. 1635 in Freshwater auf der Isle of Wight geboren, wurde er bis zum Alter von 13 Jahren zu Hause und dann an der Westminster School unterrichtet. 1653 ging er an die Oxford University. Seine Interessen umfassten ein breites Themenspektrum. Am besten bekannt als Astronom und Instrumentenbauer, war er auch ein erfahrener Arzt, Vermesser, Architekt, Anatom und Künstler.

Hooke starb im März 1703. Von ihm sind keine Porträts erhalten. Wie sein Image ist sein Ruf etwas in Vergessenheit geraten; doch seine vielfältigen Fähigkeiten und seine originelle Denkweise machten ihn zu den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit.

Bau des Königlichen Observatoriums

1675 wurde vorgeschlagen, in Greenwich ein Observatorium zu bauen, um Navigatoren genaue astronomische Informationen zu liefern. Obwohl Sir Christopher Wren oft als Architekt und Designer des Royal Observatory bezeichnet wird, deuten zeitgenössische Berichte darauf hin, dass es Robert Hooke war, der die Hauptrolle bei seinem Entwurf und Bau spielte.

Hooke gegen Flamsteed, den ersten Astronomen Royal

Robert Hooke und John Flamsteed hatten eine wechselhafte Beziehung. Ihre langjährige gegenseitige Abneigung und ihr Misstrauen gegeneinander wurden noch verstärkt, als sie 1676 zur Zusammenarbeit gezwungen wurden. Der weitgehend unbekannte Flamsteed hatte die Leitung des neuen Royal Observatory in Greenwich übernommen.

Als erfahrener Astronom und Instrumentenbauer mit großem Interesse an mechanischer Präzision fühlte sich Hooke für diese Position besser qualifiziert. Hooke erhielt die Aufgabe, das Observatorium mit Instrumenten auszustatten. Wie vorherzusehen war, war Flamsteed von Hookes Instrumenten weniger beeindruckt.

Längengrad und die Spiralfeder

Die Entwicklung der Pendeluhr in den späten 1650er Jahren revolutionierte die mechanische Zeitmessung. Das Pendel ist ein idealer Zeitmesser, da seine Schwingung durch eine natürliche Rückstellkraft – die Schwerkraft – konstant gehalten wird. Hooke war sich sicher, dass eine Spiralfeder in tragbaren Zeitmessern als künstliche Rückstellkraft wirken und deren Genauigkeit verbessern würde. Damit, so meinte er, könnte er ein Problem lösen, über das er schon viele Jahre nachgedacht hatte: die Bestimmung des Längengrades auf See.

Tagebuch von Robert Hooke, 1672–1683

Robert Hooke führte von März 1672 bis Mai 1683 ein persönliches Tagebuch. Da nur wenige Aufzeichnungen über sein hektisches Berufs- und Privatleben überliefert sind, bietet das Tagebuch wertvolle und einzigartige Einblicke in sein Leben und seinen Charakter. Seine Ideen und Gespräche mit Kollegen dokumentiert er ebenso wie Details zu seinen Mahlzeiten, Beschwerden und seinem Sexualleben.

Mikrographie

Die Mikrographie wurde 1665 von der Kritik hoch gelobt. Hookes detaillierte Zeichnungen enthüllten eine mikroskopische Welt von Organismen und fantastischen Strukturen, wie sie noch nie zuvor gesehen wurden.

Das Royal Observatory ist täglich ab 10 Uhr geöffnet

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